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Nachlese: 2. Karrieretag der Sparkassenakademie Bayern

 

Lebensbegleiter statt Lernmaschine 


Zum zweiten Mal hatte die Sparkassenakademie Bayern Schüler, Auszubildende bei Sparkassen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sparkassen, die nach oben streben, zu einem „Karrieretag" auf den Campus in Landshut geladen. Gut 600 Gäste aus dem ganzen Freistaat nahmen am 9. Oktober das Angebot wahr, 36 der 73 bayerischen Sparkassen waren mit Besuchsgruppen präsent.

Als „Anregung für die persönliche Qualifizierungsplanung" wollte Akademie-Chef Dr. Franz Inderst die Veranstaltung verstanden wissen und als Signal zur „Attraktivität von Sparkassen-Karrieren". Der Herausforderung des Marktes, dass man Kunden „Fair. Menschlich. Nah." begegne, sei nicht nur durch die Anhäufung von Wissen und Titeln zu begegnen, sagte er zur Eröffnung des Tages. „Dazu braucht es eine Haltung: mit Lust auf die Kunden zuzugehen, sie zu verstehen, sie zu beraten." Diese Einstellung als Gegenmodell zu einer Lernmaschine verkörpert aus seiner Sicht die Akademie in ihrem Umgang mit denen, die sich dort einfinden, um auf ihrem Karriereweg voranzukommen. Neben Bildung und Qualifizierung seien Begegnung, Kommunikation und Integration gleichwertige Bestandteile im Konzept des Hauses. „Die Aufgaben, die einzelne in ihren Sparkassen haben, werden hier ergänzt um eine übergeordnete Qualifikation", beschrieb Inderst das ganzheitliche Bildungsverständnis seines Hauses. „So lassen sich Erfahrungen am Arbeitsplatz verknüpfen mit Erfahrungen der Akademie - und das dort gelernte lässt sich verknüpfen mit dem, was am Markt passiert."

  

 Kreise ziehen: Werner Ammerl, Thomas Friese und Tanja Kunze
 (v.l.) zeigten künftigen Firmenkundenberatern, welche weit
 reichende Wirkung der erste „Karrierestein“ hat.

 Schöner als im Prospekt: Auf der Sonnenterrasse der
 Sparkassenakademie Landshut  tauschen die Besucher erste
 Eindrücke und Erfahrungen aus.

 

Wie das vor sich geht - davon konnten sich zum Beispiel zukünftige Firmenkundenberater bei einem Workshop mit Tanja Kunze, Thomas Fries, Klaus Oehlerich und Werner Ammerl ein Bild machen. Sie gehören zum Team, das in der Akademie für den Bereich Firmenkunden, Immobilien und Kredit zuständig ist. Sie gewährten den Nachwuchskräften Einblicke in das Anforderungsprofil ihres Aufgabenbereichs und wie man sich stufenweise, vom Geschäftskundenberater über den Gewerbekundenbetreuer bis z.B. zum zertifizierten Kreditanalysten auf dem Karrierepfad nach vorn bewegt. „Der Sparkassenbetriebswirt ist das Eintrittstor in diesen Bereich," machte Bereichsleiter Ammerl klar und gab jenen Anwesenden Entwarnung, die fürchteten durch eine zu frühe Festlegung in der Ausbildung unter Umständen in einem Bereich zu landen, der ihnen auf Dauer wenig liegt: „Querschnittswissen ist immer wertvoll und der Lernprozess nie zu Ende: Wer im Lauf der Karriere neue Möglichkeiten erkennt und ergreift, hat immer eine Chance sich zu verändern." Gerade darauf seien die Angebote in der Akademie abgestimmt. Wichtig sei in erster Linie, dass sich die Berater auf ihrer Arbeit mit Firmenkunden nicht nur fachlich, sondern auch persönlich hin entwickelten: „Wir müssen uns mit diesen Kunden auf Augenhöhe unterhalten können."

Dass die Lernatmosphäre an der Akademie nicht nur trockenes Pauken bedeutet, sondern vor allem vom Miteinander der Kursteilnehmer lebt, davon konnten sich die Interessenten am Workshop „Sparkassenfachwirt/ -in KBL" überzeugen lassen. Nicht nur, dass Referent Gerhard Hemmer selbstironisch die mitunter trockene Materie seines eigenen Spezialgebiets „Steuern und Recht" auf die Schippe nahm: Mit Pia Simone Bauer von der Stadtsparkasse München und Ralf Bachmann von der Sparkasse Landshut standen zwei Absolventen des Jahrgangs 2009 mit frischen Erfahrungen den Gästen, die sich sogar auf den Stehplätzen drängelten, Rede und Antwort. Ihre Berichte von den Trainings, den Schulungseinheiten und dem praktischen Nutzen für die eigene Arbeit vermittelten glaubwürdig die freie Interpretation des Kürzels KBL als „kein bisschen langweilig". „In dieser Akademie verbindet sich die Ernsthaftigkeit des Lernens mit der Freiheit des Lebens geradezu ideal", sagte Bachmann. Bauer machte auf die Intensität der Lernarbeit aufmerksam, die auch die eigenen Grenzen offenbare: „Aber nicht aus den Paradevorstellungen lernen wir, sondern die Fehler bringen die meiste Erkenntnis." Unter anderem jene, dass persönlicher Stil und Eigeninitiative überraschende Erfolge bewirken können: Als „Zuckerl" für die Besucher präsentierte Johannes Ziegler seine Gala-Rede, die jeder Akademieabsolvent einmal halten muss - in Form eines Rap „der Cashflow flowt und mein Depot ist gecheckt..."

Die Besucher selbst griffen die Möglichkeiten sichtlich begeistert auf, Impulse für ihre berufliche Zukunft zu sammeln. Die 15 jungen Leute aus dem 2. und 3. Ausbildungsjahr der Sparkasse Donauwörth etwa, die auf Einladung des Vorstands nach Landshut gekommen waren, zeigten sich überrascht, „wie modern und offen das hier ist". Christoph Gerstl und Stefan Maynger, mit 18 Jahren noch ganz unten auf der Karriereleiter, waren beeindruckt, „wie motiviert die Referenten sind und wie lebendig es hier zugeht". Ihre Kollegen von der Sparkasse Kaufbeuren, Sebastian Knoff, Marc Eberspächer, Daniel Spiegel und Silvio Palazzolo freuten sich schon darauf, an der Akademie „Lernen und Freizeit zu verbinden" und dabei die „Erfahrungen mitzunehmen, die andere auf diesem Weg vor uns gemacht haben". Und Bettina Braun von der Sparkasse Neuburg-Rain, die am Vormittag noch ihr Zeugnis für die erfolgreich absolvierte „Bachfachwirtin S" entgegengenommen hatte, verband das Angenehme mit dem Nützlichen und warf gleich einen Blick auf die nächste Karrierestufe „Betriebswirt": „Karriere fällt einem nicht in den Schoß, da muss man schon selbst Initiative zeigen." Der investierte freie Samstag, da ist sie sich sicher, wird ihr hier gute Rendite bringen.