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Bayerischer Sparkassentag 2011

Fahrenschon und Zellner unterstreichen Bedeutung der Sparkassen

Sparkassenakademie als Kongress-Standort bestens bewährt

Als "Fels in der Brandung" umschrieb der bayerische Staatsminister der Finanzen, Georg Fahrenschon, die Rolle der Sparkassen bei der Bewältigung der Finanzkrise. Schauplatz der viel beachteten Rede war der Bayerische Sparkassentag 2011, der in der Sparkassenakademie Bayern in Landshut abgehalten wurde. Dabei erwiesen sich die Kongress- und Tagungsmöglichkeiten der Akademie erneut als idealer Rahmen für eine kommunikativ und ablauftechnisch optimale Großveranstaltung der Sparkassen-Finanzgruppe Bayern. Mehrere Redner würdigten den Standort als herausragende Begegnungsstätte mit vielfältigen und flexiblen Einrichtungen zur Abhaltung von Gremiensitzungen, gesellschaftlichen Empfängen und der Großkundgebung in der Sporthalle.

Schon am Vortag des Sparkassentages tagten zahlreiche Gremien. Die Ausschuss-Arbeit mündete schließlich in eine beschlussfassende Sitzung des Verbandsverwaltungsrates. Die anschließende ordentliche Verbandsversammlung mit den obligatorischen Regularien schloss den ersten Sitzungsmarathon ab.

Bei der von der BayernLB ausgerichteten Abendveranstaltung zeigte die Sparkassenakademie Bayern, wie passend ihr durchdachtes Raumkonzept für ein interaktives geselliges Event angelegt ist und konnte als kommunikative und kontaktzentrierte Plattform für Fachgespräche in angenehmer Atmosphäre voll punkten.

Der eigentliche Sparkassentag begann mit einer frühen Medien-Unterrichtung für eilige Journalisten bereits vor Eintreffen der Ehrengäste. In einer Pressekonferenz wurde den Medienvertretern eine kurze Einstimmung geboten. Die aus der Landeshauptstadt München sehr zahlreich angereisten Wirtschaftsjournalisten, Landtagsjournalisten, Vertreter der Nachrichtenagenturen, des Bayerischen Fernsehens, des Wirtschaftsfunks und der Lokal-Rundfunkstationen staunten nicht schlecht, als sie die gut ausgestatteten Räumlichkeiten der Sparkassenakademie zu Gesicht bekamen. Die Bierstube wurde ausgiebig als Interview- und Arbeitsraum genutzt, die Redakteure und Kamerateams nahmen dabei mehrfach die effektvoll positionierten "Gut."-Würfel ins Visier. Die Hauptausgabe der Rundschau-Nachrichtensendungen stellte übrigens diesen Blickfang in das Schlussbild ihres Nachrichtenbeitrages über den Sparkassentag. Die Medienvertreter stellten im Vorfeld des Kongresses Fragen zur aktuellen Geschäftspolitik. Vorstandsvorsitzender Johann Heckner, Sparkasse Landshut, übernahm die Aufgabe, bei Fragen zur örtlichen Geschäftspolitik zu antworten. Im Hauptteil äußerte sich Sparkassenpräsident Theo Zellner zu den brisantesten Themen und Strukturfragen des Kreditgewerbes. Manchmal habe er den Eindruck, so Zellner, die Sparkassen müssten besonders viele Lasten tragen. Es beginne damit, dass sich zwar die Finanzwelt in Europa auf neue Finanzmarkt-Regeln vorbereite, sich aber gleichzeitig andere diesen Regeln entzögen. Zellner: "Sollen wirksame Lehren aus der Finanzmarktkrise gezogen werden, so müssten sich alle gleichermaßen an das Basel III-Regelwerk halten. Es darf nicht sein, dass sich wieder einige ausklinken, während sich die anderen durch die Regeln binden."

Sparkassenpräsident Theo Zellner warnte eindringlich davor, das bewährte System von Sparkassen in kommunaler Trägerschaft zu gefährden. Zellner wörtlich: "Das würde diejenigen treffen, die in den schlechten Zeiten den Karren aus dem Dreck gezogen haben." Sparkassen hätten in der Finanzkrise stabilisierend gewirkt, sie hätten eine Kreditklemme verhindert. Nun komme es darauf an, die Sparkassen in Bayern als größten Finanzdienstleister und Vertrauensgeber für Private, Handwerk und Mittelstand handlungsfähig zu erhalten und durch diese nationalen und internationalen Finanzmarktregulierungen zu bringen, ohne dass damit Angebotseinschränkungen für die Realwirtschaft verbunden sind, so Zellner vor rund 500 Delegierten aus allen Sparkassen Bayerns.
Der bayerische Sparkassenpräsident erwarte von der Politik, dass man bei der Bankenregulierung weniger pauschal vorgehe und sich stattdessen mehr an der Risiko-Ausrichtung der einzelnen Kreditinstitute orientiere: "Es muss stärker unterschieden werden zwischen stabilen Banken und solchen, die durch Größe und spekulatives Geschäftsgebaren ein Stabilitätsrisiko werden können."
Sparkassen müssten aufpassen, dass am Ende nicht der Mittelstand die Zeche bezahlen müsse. Denn, so Zellner "... die neuen Richtlinien der Bankenaufsicht führen dazu, dass künftig einlagenstarke Kreditinstitute daran gehindert werden, in gleicher Weise wie früher langfristige Kredite zu vergeben. Davon wären Sparkassen mit ihren hohen Anteilen langfristiger Kredite an gewerbliche Kunden, das Handwerk und Häuslebauer betroffen."

Auch Finanzminister Georg Fahrenschon warnte in seiner Festansprache vor einer unnötigen Überregulierung. Er erteilte den Versuchen, „unter dem Deckmantel des Wettbewerbs die Axt an das deutsche dreigliedrige System aus öffentlich-rechtlichen, genossenschaftlichen und privaten Banken zu legen", eine Absage: „Der ungebührlichen Drei-Scheinheiligkeit aus EU-Kommission, großen Privatbanken und einzelnen Wirtschaftsliberalen werden wir in die Suppe spucken und kräftig gegensteuern. "Die Sparkassen lobte der Minister, in der Krise ein verlässlicher Partner für den Mittelstand gewesen zu sein: „Sie haben wesentlichen Anteil daran, dass sich die Befürchtungen einer Kreditklemme nicht bewahrheitet haben." „ Finger weg" sei seine Antwort auf die Überlegungen des Präsidenten der EZB, Jean-Claude Trichet, ein Europäisches Finanzministerium quasi als „bad bank" einzurichten. Dieser Vorschlag sei vom Ansatz her schon problematisch, nehme er doch den Druck von der Selbstverantwortung für eigene Schulden. Ein derartiges europäisches Finanzministerium wäre auch nicht der „erlösende Staatskommissar", der Sünder wieder auf den rechten Weg bringe, vielmehr würden die Schulden vergemeinschaftet und „die Sünder sündigen befreit munter fort".
Ein weiteres Thema des Sparkassentages in Landshut befasste sich mit dem neu geregelten Verbraucherschutz. Mit den neuen Regeln müsse sichergestellt sein, dass mehr Schutz nicht durch eine erstickende Bürokratie erkauft wird. Es dürfe nicht sein, so Zellner, dass beratende Institute wie die Sparkassen mit neuen Regulierungen überzogen werden, während gleichzeitig diejenigen ungeschoren bleiben, die sich jeder geregelten Beratungspflicht entziehen.
In einem Grundsatzreferat ging ferner der Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens, Prof. Sigmund Gottlieb, auf die Frage ein, welche Bedeutung Zivilcourage heute hat und wie man diese lernen kann.
Große Beachtung fand die erstmals vorgenommene zentrale Würdigung von erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen des Ausbildungszweiges sowie der sparkasseninternen Fort- und Weiterbildung im Rahmen eines öffentlichen Sparkassentages. Fast fünfzig junge Kolleginnen und Kollegen aus allen Gebieten Bayerns wurden auf die Bühne gebeten und erhielten Anerkennungspräsente.
Schließlich wurde die Spitze der Verbandsversammlung turnusmäßig neu besetzt. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger löst als neuer Verbandspräsident Landrat Hansjörg Christmann aus Dachau ab, der 16 Jahre als Verbandspräsident gewirkt und nun nicht mehr kandidiert hatte. Sparkassenpräsident Theo Zellner dankte Hansjörg Christmann ausdrücklich für seine erfolgreiche Führungsarbeit an der Spitze der Verbandsversammlung des bayerischen Sparkassenverbandes. Der Verbandspräsident leitet die Verbandsversammlung, die Zusammenkunft aller Träger und aller Vorstände der 72 bayerischen Sparkassen. Neuer Stellvertreter des Verbandspräsidenten wurde Josef Pellkofer, Erster Bürgermeister der Stadt Dingolfing.

Zum Abschied erhielten die Delegierten des Bayerischen Sparkassentages 2011 ein Erinnerungspräsent, aus einer lokalen Confiserie. Der nächste Bayerische Sparkassentag findet am 26./27. Juni 2012 in Amberg/Oberpfalz statt.

 

Hans Schmid, Sparkassenverband Bayern

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